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Logo Schweizer Illustrierte Interview von Verena Thurner

Publikation über Cavaterm

Wie viele Frauen leiden unter zu starken und übermässig langen Blutungen?

Dr. Peter Semle: Jede siebte Frau in der Schweiz klagt über starke und übermässig lange Blutungen, auch Menorrhagie genannt. Wenn eine Frau länger als sieben Tage Monatsblutungen hat, spricht man von einer übermässig langen Blutung, und wenn sie mehr als eine Packung Binden benötigt, ist das eine zu starke Blutung.

Was ist der Grund für zu starke Monatsblutungen?

Das kann verschiedene Ursachen haben. Wichtig ist, organische Ursachen wie zum Beispiel gutartige Myomknoten, die sich in der Gebärmutter selber befinden, auszuschliessen. Häufig liegt ein hormonelles Problem vor. Allerdings sprechen nicht alle Patientinnen gleich gut auf eine Hormontherapie an. Frauen, denen eine Hormonbehandlung nicht geholfen hat, mussten sich als Folge oft die Gebärmutter entfernen lassen. Die Methode mit dem neuen Gerät Cavaterm soll dies verhindern.

Cavaterm: Die Flüssigkeit im Ballonkatheter wird auf 50 bis 60 Grad erwärmt.

Wie funktioniert die Methode mit Cavaterm?

Bei dieser Methode wird die innerste Schicht der Gebärmutter, also die Schleimhaut, die für die Blutung verantwortlich ist, durch eine Wärmebehandlung verödet. Dabei wird die Flüssigkeit im durch die Scheide eingeführten Ballonkatheter auf 50 bis 60 Grad erwärmt. Der Druck und die Wärme auf die Schleimhaut werden permanent geprüft. Der Druck bewirkt, dass die Wärme nur Iokal wirkt. Das Gerät wurde übrigens in der Schweiz, in Morges, entwickelt.

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Bei über 90 Prozent aller Patientinnen wird der Eingriff in allgemeiner Narkose durchgeführt oder in Spinalanästhesie. Einige wenige Fälle haben wir auch schon in Lokalanästhesie behandelt. Die Grösse des Eingriffs entspricht einer Curettage, also einer Auskratzung. Auch nach dem Eingriff klagen erstaunlich wenige Frauen über Schmerzen.

Hilft die Therapie mit Cavaterm auch bei schmerzhaften Monatsblutungen?

Wenn die Schmerzen mit einer Endometriose, einer Wucherung der Schleimhaut, in der inneren Muskelschicht der Gebärmutter einhergehen, kann Cavaterm helfen. Durch die Behandlung mit der Verödungsmethode bleibt die Periode bei ungefähr achtzig Prozent der Frauen aus, zwanzig Prozent haben nur noch sehr schwache Blutungen.

Nach dieser Behandlung kann eine Frau also nicht mehr schwanger werden?

Das Ziel der Therapie ist, die Schleimhaut stillzulegen. Eine Schwangerschaft ist dann nicht mehr möglich. Die Behandlung mit Cavaterm kommt nur für Frauen mit abgeschlossener Familienplanung in Frage.

Ist das Problem der starken Blutung mit einem einzigen Eingriff behoben?

In den meisten Fällen ist es mit einem einzigen Eingriff behoben. Laut schwedischen Studien haben nur gerade fünf Prozent der der behandelten Frauen sich dann doch noch einer Gebärmutterentfernung unterziehen müssen.

Kann mit dieser Methode also eine Gebärmutterentfernung verhindert werden?

Wir können ungefähr 80 bis 90 Prozent der Hysterektomie-Eingriffe bei Menorrhagien oder Blutungsstörungen verhindern. Die Entfernung der Gebärmutter kann ja nicht nur das körperliche, sondern auch das psychische Gleichgewicht massiv beeinträchtigen. Aus Mangel an Alternativen entschlossen sich bisher jährlich Hunderte von Frauen zwischen 35 und 60 Jahren für diesen radikalen Schritt.

Wie lange dauert der Eingriff mit Cavaterm?

Ungefähr eine Viertelstunde. Die Patientin kommt am Morgen und kann am Nachmittag das Spital verlassen.

Werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen?

Dieser Eingriff gehört zu den Pflichtleistungen der Krankenkassen.

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Adresse
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Dr. med. Peter Semle

Spezialarzt FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe

Fachärztezentrum PRISMA

Trichtenhauserstrasse 12
8125 Zollikerberg / Zürich

Öffnungszeiten
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Öffnungszeiten:

Montag - Freitag

8.00 - 12.00 & 13.00 - 18.00

Samstag nach Vereinbarung

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